Digitaler Produktpass für Batterien (Batteriepass)
Pflicht ab 2027 – Anforderungen, Fristen & Umsetzung nach EU 2023/1542
TL;DR – Kurzgefasst:
- Pflicht ab: 18. Februar 2027 (EU 2023/1542)
- Betroffen sind: Hersteller, Importeure, Inverkehrbringer, Händler (teilweise auch Online-Marktplätze)
- Gilt für: Industrie-, LMT- und viele EV-Batterien
- Kernpflichten: Digitaler Batteriepass vorhanden + eindeutige ID + Pflichtdaten zu Technik, Nachhaltigkeit & Recycling + elektronisch und maschinenlesbar zugänglich (z. B. QR-Code)
Warum betrifft der DPP die Batteriebranche?
Batterien sind zentral für Elektromobilität, erneuerbare Energien und digitale Geräte – gleichzeitig enthalten sie kritische Rohstoffe wie Lithium, Nickel, Kobalt oder Graphit.
Herausforderungen der Branche:
- Globale Lieferketten mit komplexer Rohstoffherkunft
- Hohe Anforderungen an Sicherheit & Recycling
- Transparenz über CO₂-Fußabdruck und Materialanteile
- Second-Life- und Rücknahmesysteme
Der digitale Produktpass für Batterien schafft hier standardisierte, digitale Transparenz über den gesamten Lebenszyklus – von der Herstellung bis zum Recycling.
Wer ist genau betroffen?
Pflichten ergeben sich aus der EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542.
Betroffen sind insbesondere:
- Hersteller
- Importeure
- Inverkehrbringer
- Händler (z. B. hinsichtlich Zugänglichmachung)
- Teilweise Online-Marktplätze
Kurz gesagt: Wer Batterien in der EU auf den Markt bringt, trägt Verantwortung.
Welche Batterien sind betroffen?
Der Batteriepass ist verpflichtend für:
- Industriebatterien (ab 2 kWh)
- Batterien für Elektrofahrzeuge (EV)
- LMT-Batterien (z. B. E-Bikes, E-Scooter)
Kleine Gerätebatterien (z. B. Knopfzellen) sind derzeit nicht im gleichen Umfang umfasst.
Welche DPP-Pflichten gelten für Batterien?
Kurzübersicht
Kurz gesagt müssen Unternehmen folgendes sicherstellen:
Rechtsgrundlage
- EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542
- Ergänzende technische Vorgaben (Sekundärrecht)
Typische Pflichten
- Vergabe einer eindeutigen Batterie-ID (Unique Identifier)
- Bereitstellung eines elektronischen Zugangs (z. B. QR-Code)
- Sicherstellung von strukturierten, maschinenlesbaren und aktuellen Daten
- Pflege der Informationen über den gesamten Lebenszyklus
- Bereitstellung bestimmter Daten für Marktüberwachungsbehörden
- Einholung relevanter Lieferketten- und Nachhaltigkeitsdaten von Zulieferern
Welche Daten muss der Produktpass enthalten?
Mindestdaten (Bare Minimum)
- Eindeutige Batterie-ID (Unique Identifier)
- Hersteller / Inverkehrbringer
- Batterietyp (EV, Industrie, LMT)
- Chemische Zusammensetzung
- Nennkapazität und Leistung
- CO₂-Fußabdruck (gemäß Vorgaben)
- Anteil recycelter Materialien
- Sicherheits- und Nutzungshinweise
- Informationen zu Demontage, Ersatzteile und Recycling
- EU-Konformitätszeichen und die Hersteller-Erklärung
Empfohlene Zusatzdaten (Mehrwert & Sicherheit)
DPP Daten-Checkliste Batterien
Ab wann gilt das?
Ab diesem Datum gilt:
- Batterien der genannten Kategorien dürfen ohne Batteriepass nicht mehr in der EU in Verkehr gebracht werden
- Der digitale Produktpass ist Marktzugangsvoraussetzung
Jetzt mit der
Vorbereitung starten
Rechtzeitig 2027
den Marktzugang sichern
Echte Mehrwerte eines Produktpasses für Batterien
Bare Minimum (Pflicht)
- Erfüllung der EU-Pflicht
- QR-Code mit Pflichtdaten
- Lebenszyklusdaten pflegen
- Recyclinginfos bereitstellen
Mehrwerte (Chance)
Typische Herausforderungen in der Batteriebranche
- Verteilte Daten in unterschiedlichen Systemen
- Fehlende Transparenz in der Lieferkette
- Unterschiedliche Datenformate
- Unvollständige Recycling- und Materialinformationen
- Hoher Abstimmungsaufwand mit Zulieferern
Unser Lösungsvorgehen
1. Relevanz- und Betroffenheitsanalyse
2. Daten-Audit & Gap-Analyse
3. Definition der Pflicht- und Mehrwertdaten
4. Technische Architektur (ERP, PLM, PIM, Schnittstellen)
5. Implementierung des digitalen Batteriepasses
6. Governance & laufende Datenpflege
Der DPP für Batterien: rechtzeitig startklar werden
Der Digitale Produktpass funktioniert nur mit strukturierten Daten. Oft ist ein PIM-System (Product Information Management) die notwendige Voraussetzung, um Daten aus ERP und Produktion automatisiert bereitzustellen.
Wir unterstützen Sie bei dieser System-Integration.