Digitaler Produktpass für Elektrogeräte
Reparierbarkeit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit digital sichtbar machen.
TL;DR – Kurzgefasst:
- Pflicht ab: Stufenweise Einführung ab ca. 2027/2028 erwartet
- Betroffen sind: Hersteller, Importeure, Online-Händler
- Gilt für: Elektrische und elektronische Geräte (je nach Produktgruppe)
- Kernpflichten: Digitaler Produktpass + technische Spezifikationen + Energie- & Nachhaltigkeitsdaten + Reparatur- und Ersatzteilinformationen + maschinenlesbarer Zugang
Warum betrifft der DPP die Elektrogerätebranche?
Elektrogeräte stehen im Fokus von Energieverbrauch, kritischen Rohstoffen und Elektroschrott. Der Digitale Produktpass schafft Transparenz zu:
- Energieeffizienz und Verbrauch
- Reparierbarkeit und Ersatzteilen
- Materialzusammensetzung
- Recycling- und Entsorgungswegen
Betroffen sind Consumer- wie auch Industrieelektronik.
Wer ist genau betroffen?
Betroffen sind:
- Hersteller von Elektro- und Elektronikgeräten
- Importeure, die Geräte in den EU-Binnenmarkt bringen
- Händler mit Eigenmarken / OEM-Branding
- Refurbisher und Remanufacturing-Anbieter (bei „Inverkehrbringen“ überarbeiteter Geräte)
Diese Akteure fallen unter ESPR-Vorgaben, da sie Produkte in Verkehr bringen.
Welche DPP-Pflichten gelten für Elektrogeräte?
Kurzübersicht
Rechtsgrundlage
- EU‑Verordnung 2024/1781 („Ecodesign for Sustainable Products Regulation“, ESPR)
- Flankierende Regelwerke, z. B. WEEE, RoHS, EMV‑Richtlinie, Energieverbrauchskennzeichnung
Typische Pflichten
- DPP je erfasstem Gerät anlegen und pflegen
- Hersteller-/Importeurdaten angeben
- Modellnummer, Produktkategorie und Version erfassen
- Energieeffizienz und typischen Energieverbrauch dokumentieren
- Reparierbarkeit und Ersatzteilverfügbarkeit beschreiben
- Material- und Stoffdaten für kritische Komponenten bereitstellen
- Recycling- und Entsorgungsinformationen hinterlegen
Welche Daten muss der Produktpass enthalten?
Mindestdaten (Bare Minimum)
- Hersteller, Marke, Kontakt
- Produktname, Modellnummer, eindeutige ID
- Produktkategorie (z. B. Waschmaschine, Laptop, Router)
- Energieeffizienzklasse und typischer Verbrauch
- Basisinformationen zur Reparatur (z. B. Zugang zu Schrauben, Spezialwerkzeug)
- Sicherheitshinweise und Nutzungseinschränkungen
Empfohlene Zusatzdaten (Mehrwert & Sicherheit)
DPP Daten-Checkliste Elektrogeräte
Ab wann gilt das?
Die ESPR ist in Kraft. Konkrete DPP-Pflichten werden über delegierte Rechtsakte je Produktgruppe festgelegt.
Jetzt mit der
Vorbereitung starten
Rechtzeitig 2027/28
den Marktzugang sichern
Echte Mehrwerte eines Produktpasses für Elektrogeräte
Bare Minimum (Pflicht)
- Pflichtdaten im DPP
- Transparente Produktpositionierung
- Reparaturangaben für Werkstätten
- Energie- & Materialdaten
Mehrwerte (Chance)
Typische Herausforderungen in der Elektronikbranche
- Komplexe Stücklisten und viele Zulieferer
- Verteilte Daten in PLM, ERP, Service
- Kombination aus Hardware und Software
- Unterschiedliche regulatorische Anforderungen je Markt
Unser Lösungsvorgehen
1. DPP-Reifegradanalyse
2. Mapping bestehender Produkt- und Energiedaten
3. Aufbau eines DPP-Datenmodells
4. Integration in PIM/PLM/ERP
5. Pilotprojekt und Skalierung
Der DPP für Elektrogeräte: rechtzeitig startklar werden
Der Digitale Produktpass funktioniert nur mit strukturierten Daten. Oft ist ein PIM-System (Product Information Management) die notwendige Voraussetzung, um Daten aus ERP und Produktion automatisiert bereitzustellen.
Wir unterstützen Sie bei dieser System-Integration.