Digitaler Produktpass für Möbel

Materialtransparenz, Reparierbarkeit und Kreislauffähigkeit sichtbar machen.

TL;DR – Kurzgefasst:

  • Pflicht ab: Voraussichtlich ab Ende 2027 aufwärts (Geplante Verabschiedung im Jahr 2026)
  • Betroffen sind: Hersteller, Importeure, Händler
  • Gilt für: Möbelprodukte inkl. Matratzen
  • Kernpflichten: Digitaler Produktpass + Material- und Stoffinformationen + Reparierbarkeit + Demontage- und Recyclinghinweise + elektronischer Zugriff

Warum betrifft der DPP die Möbelbranche?

Möbel bestehen aus Holz, Metallen, Kunststoffen und Textilien und haben lange Lebenszyklen. Der DPP unterstützt:

  • Transparenz über Materialströme
  • Dokumentation von Herkunft und Zertifizierungen
  • Förderung von Reparatur und Wiederverwendung
  • Umsetzung der EU-Ökodesign-Vorgaben (ESPR)

Wer ist genau betroffen?

Betroffen sind:

  • Möbelhersteller (Serien‑ und Objektmöbel)
  • Importeurinnen von Möbeln in die EU
  • Händler und Online‑Shops mit Eigenmarken
  • Private‑Label‑Anbieter und Markeninhaber

Diese Akteure bringen Produkte in Verkehr und fallen somit unter ESPR‑Vorgaben.

Welche DPP-Pflichten gelten für Möbel?

Kurzübersicht

  • Voraussichtlich digitale Bereitstellung zentraler Produkt‑ und Nachhaltigkeitsdaten
  • Offenlegung von Materialzusammensetzung und Holzherkunft
  • Bereitstellung von Pflege‑, Reparatur‑ und Demontageinformationen
  • Anschlussfähigkeit an EU‑DPP‑Vorgaben (ESPR) herstellen

Rechtsgrundlage

  • EU-Verordnung 2024/1781 (ESPR)
    Ökodesign für nachhaltige Produkte – zentrale DPP-Grundlage
    Inkrafttreten: 18. Juli 2024
  • Delegierte Rechtsakte
    Möbel-spezifische DPP-Pflichten (Entwurf ≤9 Monate nach ESPR)
  • ESPR-Arbeitsplan 2025–2030
    Möbel = Prioritätsgruppe #1

Typische Pflichten

  • Produkt-ID (SKU/Modellnummer)
  • Materialliste (Holzart, Textil, Metall, Kleber)
  • Herkunft (Holz-Zertifikat FSC/PEFC)
  • Demontageanleitung
  • Ersatzteile (Verfügbarkeit + Bestellung)
  • Pflegehinweise
  • Recyclinginfo + Rücknahmelogistik
  • REACH-Konformität (Chemikalien)

Welche Daten muss der Produktpass enthalten?

Mindestdaten (Bare Minimum)

  • Produkt-ID, Modell, Varianten, Hersteller
  • Materialstückliste (Holzarten, Metalle, Textilien, Schäume, Klebstoffe – mind. auf Kategorielevel)
  • Informationen zu Schadstoffen/Restricted Substances (wo relevant)
  • Pflegehinweise, Garantie, Nutzungshinweise
  • Reparatur-/Ersatzteilinfos (Ersatzteil-IDs, Verfügbarkeit, Anleitungen)
  • Demontagehinweise (Trennbarkeit von Verbundmaterialien)
  • End-of-life: Rückgabe/Recycling (z. B. Holz, Metall getrennt)

Empfohlene Zusatzdaten (Mehrwert & Sicherheit)

  • Herkunft und Zertifizierung von Holz (z. B. FSC, PEFC)
  • Ersatzteilverfügbarkeit und Bestellwege
  • Reparaturanleitungen und Demontagehinweise
  • Lebensdauerprognose und Garantiedauer
  • Angaben zu Recyclingfähigkeit und Rücknahmesystemen

DPP Daten-Checkliste Möbel

  • Produktname / Serie
  • Hersteller / Marke
  • Produkt‑ID / SKU
  • Produktionsland / Werk
  • Materialliste (Holz, Metall, Textilien, Kunststoffe)
  • Herkunft Holz + Zertifizierungen
  • Pflegehinweise
  • Reparatur‑ und Demontageinfo
  • Ersatzteil‑Kontakt / Shop
  • Angaben zu Recyclingfähigkeit / Rücknahme

Ab wann gilt das?

Der DPP wird ab 2027 für erste Produktgruppen (Batterien, Textilien, Elektronik) verpflichtend eingeführt; Möbel gelten als weiterer, noch zu regelnder Anwendungsbereich.

  • Für Möbel sieht der ESPR‑Arbeitsplan eine geplante Verabschiedung im Jahr 2026 vor; konkrete Pflichten werden in noch zu erlassenden Produktvorschriften festgelegt
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Echte Mehrwerte eines Produktpasses für Möbel

Bare Minimum (Pflicht)

  • Basisdaten zu Materialien und Sicherheit bereitstellen
  • Pflege‑ und Sicherheitsinfos dokumentieren
  • Grundlegende Herkunftsinformationen liefern

Mehrwerte (Chance)

  • Nachhaltige Markenpositionierung mit transparenten Materialprofilen
  • Weniger Reklamationen, längere Nutzungsdauer, bessere Bewertungen
  • Storytelling („nachverfolgbares Holz“), Premium‑Preis und Kundentreue

Typische Herausforderungen in der Möbelbranche

  • Viele Varianten, Konfigurationen und Lieferanten pro Produkt
  • Materialdaten liegen oft nur in CAD‑ oder Einkaufssystemen, nicht zentral für Kunden aufbereitet
  • Wechselnde Lieferanten und Materialien über Produktlebenszyklen
  • Geringe Standardisierung bei Reparatur‑ und Demontageinformationen

Unser Lösungsvorgehen

1. Analyse Ihrer Produktfamilien

2. Strukturierung & Harmonisierung der Materialdaten

3. Aufbau eines DPP-fähigen Datenmodells

4. Integration in PIM, Shop & Serviceportale

5. Schulung Ihrer Teams

Der DPP für Möbel: rechtzeitig startklar werden

Der Digitale Produktpass funktioniert nur mit strukturierten Daten. Oft ist ein PIM-System (Product Information Management) die notwendige Voraussetzung, um Daten aus ERP und Produktion automatisiert bereitzustellen.

Wir unterstützen Sie bei dieser System-Integration.

FAQ zum DPP für Möbel

Noch nicht: Die ESPR schafft die Grundlage, aber erst delegierte Rechtsakte machen den DPP für konkrete Möbel‑Produktgruppen verbindlich.

Ja – insbesondere für nachhaltigkeitsorientierte Marken, Rücknahmeprogramme und ESG-getriebene Ausschreibungen.